Kompetenzen für die Schule von morgenZieldimensionen für das digitale Zeitalter

In der aktuellen schulpolitischen Diskussion werden (Aus-)Bildung und Lernen eng verbunden mit dem Diskurs um die Nutzung und die Potenziale digitaler Medien. Dabei wird insbesondere der immer stärker werdende Bedarf an Kompetenzen für das digitale Zeitalter bei Schülerinnen und Schülern für ihre künftige Rolle in einer digitalisierten Welt in den Fokus genommen. Wie aber sehen diese Kompetenzen aus?

Ziel ist das selbstbestimmte Leben in der digitalen Welt.

Beim Lernen für die digitale Welt kommt es auch auf die Zieldimensionen an. © Todd Trapani / Pexels

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Um digitale Medien zur sinnvollen Begleitung von Lernprozessen von Schülerinnen und Schülern zu nutzen, sollte die Kompetenzförderung über die folgenden sechs Kompetenzbereiche erfolgen, die in der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ der Kultusministerkonferenz festgelegt wurden (s. Abb.):

Abbildung: Sechs Kompetenzbereiche für die digitale Welt, hier mehr dazu.

  1. Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren: Zu diesem Kompetenzbereich gehört der angemessene Umgang mit einer ständig wachsenden Menge an Daten und Informationen, die allen Menschen durch digitale Technologien zur Verfügung steht. Umgang meint dabei das Suchen, Finden und Auswählen relevanter und vertrauenswürdiger Quellen und Informationen, die kritische Reflexion und Bewertung dieser sowie die Organisation, Nutzung und Speicherung der gefundenen Daten und Informationen.
  2. Kommunizieren und Kooperieren: Um im digitalen Raum adäquat kommunizieren und kooperieren zu können, braucht es entsprechende Kompetenzen, digitale Werkzeuge zur angemessenen und effektiven Kommunikation einzusetzen und in digitalen Umgebungen zielgerichtet zu kooperieren. Dabei geht es vor allem darum, entsprechend der jeweiligen Situation und ausgerichtet an den Kommunikations- bzw. Kooperationspartnern die passenden Werkzeuge auszuwählen und entsprechende Umgangsregeln einzuhalten.
  3. Produzieren und Präsentieren: Mit digitalen Werkzeugen bieten sich vielfältige Möglichkeiten, eigene Inhalte zu produzieren und zu präsentieren sowie bestehende Inhalte weiterzuverarbeiten. Dafür braucht es Kompetenzen, diese Werkzeuge sach- und adressatengerecht auszuwählen, Inhalte zu gestalten und zu veröffentlichen sowie mit den wesentlichen Rechtsgrundlagen vertraut zu sein.
  4. Schützen und sicher Agieren: Persönliche Daten, Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte sind zentrale Themen, um sich selbst und andere im digitalen Raum zu schützen und sicher zu agieren. Dazu gehören auch Themen wie Cybermobbing und -kriminalität sowie Datenschutz und Datensicherheit.
  5. Problemlösen und Handeln: In dem Kompetenzbereich Problemlösen und Handeln werden einerseits rein funktionale Fähigkeiten, wie der effektive Umgang mit Hardware und Software, adressiert und andererseits Fähigkeiten beschrieben, diese digitalen Werkzeuge analysieren und für das eigene Handeln im digitalen Raum reflektieren und anwenden zu können.
  6. Analysieren und Reflektieren: Um an der digitalen Welt teilzuhaben und diese mit zu gestalten, sind das Analysieren und Reflektieren besonders wichtig. Dabei geht es darum, digitale Werkzeuge, Medien und Umgebungen zu verstehen, zu reflektieren und zu analysieren.

 

Digitalisierung – Nicht nur irgendwas mit Medien

Den ganzen Artikel und mehr zum Thema Digitalisierung in der Schule finden Sie in diesem Heft:


Digitalisierung – Nicht nur irgendwas mit Medien

Schule leiten Nr. 17/2019

 


    Mehr zum Thema:

    Unterricht Wirtschaft und Politik 3/2019: Digitalisierung und Teilhabe

    Die Grundschulzeitschrift 307/2019: Digitale Bildung

    Unterricht Englisch Digital Classroom 144/2016

     

    Zu den Autorinnen und dem Autor:

    Prof. Dr. Sönke Knutzen leitet das Institut für Technische Bildung und Hochschuldidaktik der TUHH. Er war langjähriger Vizepräsident für Lehre der TUHH und ist Mitbegründer der Hamburg Open Online University.

    Dr. Tina Ladwig ist Referentin für die strategische Weiterentwicklung von Lehre und Lernen in digitalen Zeiten und Teamleiterin der Hamburg Open Online University HOOU@TUHH an der TU Hamburg.

    Ann-Kathrin Watolla war Projektkoordinatorin des digital.learning.lab an der TU Hamburg und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Hamburg Open Online University.

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