Konflikte entschärfenAuf verbale Entgleisungen reagieren

Es kommt immer wieder mal vor, dass sich Lehrkräfte, Eltern oder Schüler und Schülerinnen im Ton vergreifen. Wenn solche verbalen Attacken in Ihrer Gegenwart erfolgen oder gar gegen Sie selbst gerichtet sind, müssen Sie als Mitglied der Schulleitung angemessen reagieren. Ziel Ihrer Reaktion sollte eine Deeskalation sein, die dem Angreifer einen Rückzieher oder ein Einlenken ermöglichen.

Konflikte entschärfen

Verbalen Entgleisungen von Lehrern und Eltern richtig begegnen. © Mohamed Hassan/Pixabay

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Eine verbale Attacke macht ärgerlich und manchmal hilflos. Zunächst ist Ihre professionelle Einstellung gefragt: Ruhe bewahren, Gelassenheit zeigen. Zaubern Sie dann noch ein Lächeln auf Ihr Gesicht und fragen Sie: „Was wollen Sie mit dieser Äußerung erreichen?“ oder „Wie soll ich denn deine Wortmeldung verstehen?“ Wird eine dritte Person verbal attackiert, können Sie eingreifen mit der Formulierung: „Das könnte Herr XY leicht als Angriff oder Beleidigung verstehen. Haben Sie das wirklich so gemeint?“

Damit geben Sie Ihrem Gegenüber die Chance, die Äußerung zurückzunehmen oder zu relativieren. Häufig wird diese Chance nach einem kurzen Moment der Besinnung ergriffen. Auch für die Angegriffenen ist eine kurze Verzögerung nützlich – der Adrenalinschub lässt nach. Danach kann man mit kühlerem Kopf denken.

Erst wenn diese Chance nicht ergriffen wird, sollten Sie angemessene Maßnahmen ergreifen.

Konflikte auf diese Art entschärfen zu können gehört zur Klaviatur der idealen Führung. Merkmale einer solchen Führungsdisposition finden Sie in der Tabelle:

 

Merkmale einer idealen Führungsdisposition

Konfliktfähigkeit

 
  • andere Standpunkte zulassen können,
  • keine Angst vor Entscheidungen haben,
  • Auseinandersetzungen ruhig und gelassen führen,
  • Spielregeln definieren und sich selbst daran halten,
  • echte Entschuldigungen aussprechen können
 

Vertrauensbereitschaft

 
  • andere Einschätzungen als Hilfe verstehen,
  • die eigene Meinung relativieren können,
  • auf Kontrolle verzichten können und Mut zur Lücke zu haben,
  • Aufgaben und Verantwortung übertragen bzw. delegieren können,
  • sich selbst nicht so wichtig nehmen
 

Ressourcenorientierung

 
  • Chancen oder Potenziale statt Defizite sehen,
  • mit (gemäßigt) positiver Erwartung an Vorhaben herangehen,
  • den Reifegrad der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einschätzen können,
  • kleine Fortschritte und Erfolge wahrnehmen und würdigen,
  • positives Feedback und Bestätigung vermitteln
 

 

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