Mit der Personalvertretung redenEin Beispiel rollenbezogenen Führungshandelns

Sie kennen die Situation: Unverhofft steht der oder die Vorsitzende der Personalvertretung in Ihrem Büro – mit einem Anliegen oder einer Forderung, auf die Sie nicht eingehen können oder wollen. Vielleicht finden Sie das Ansinnen sogar ganz schön dreist. Das ist genau der Moment, sich darauf zu besinnen, nicht persönlich zu reagieren, sondern in der Rolle einer Führungskraft.

Als Schulleiter rollenkonform handeln

Rollenbedingtes Führungshandeln. © Gerd Altmann/Pixaby.com

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Es ist die Aufgabe der Personalvertretung, Wünsche und Forderungen des Kollegiums zu transportieren. Genauso, wie es Ihre Aufgabe als Schulleiter oder Schulleiterin ist, diese Anliegen kritisch zu prüfen und evtl. zu versagen. Lassen Sie in diesem Moment Ihrem Ärger oder Unwillen freien Lauf, so ist das Gespräch gescheitert und die Personalvertretung wird verbreiten, dass Sie die freundliche Bitte barsch abgelehnt hätten.

Rollen geben Verhalten vor

Deshalb: Bieten Sie einen Platz an, laden Sie zu einer Tasse Kaffee oder Tee ein und hören Sie sich das Ansinnen an. Anschließend sagen Sie, dass Sie verstanden hätten, worum es ginge. Sie hätten sogar ein gewisses Verständnis als Privatperson, aber als Schulleitung könnten Sie nicht in der gewünschten Weise reagieren. Sie erläutern Ihre Position und dann fragen Sie den Personalvertreter im Gespräch, ob er einen Weg sieht, wie man zu einem Kompromiss oder einer Einigung kommen könne. Schließlich sei ja eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht nur vorgeschrieben, sondern auch wünschenswert.

Souveränes Handeln als Schulleitung

So kann man auf der persönlichen Ebene freundlich miteinander umgehen, selbst wenn man sachlich oder dienstlich verschiedene Positionen vertritt.

Von Führungspersonen kann man bei rollenbedingten Konflikten erwarten, dass sie mit emotionaler Distanz handeln. Dabei hilft die Erkenntnis, dass derartige Konflikte Bestandteil einer hierarchisch aufgebauten Organisation sind und dass die Rollenträger (zwangsläufig) unterschiedliche Interessen haben. Diese bestimmen auch typische Sichtweisen aufeinander:

Typische rollenbedingte Vorwürfe

Der Schulleiter/die Schulleiterin sagt über die Kolleginnen und Kollegen:

Die Kolleginnen und Kollegen sagen über den Schulleiter/die Schulleiterin:

Sie mauern bei vielen Vorhaben und ziehen nicht mit.

Er/sie überfordert uns und belastet uns durch neue Vorhaben.

Sie wollen keine Verantwortung übernehmen.

Er/sie entscheidet, ohne das Kollegium ausreichend zu beteiligen.

Sie meckern über fast alles, was von der Schulleitung kommt, erkennen Positives nicht an.

Er/sie kritisiert häufig, aber gibt kaum Lob und vermittelt keine positive Bestätigung.

Sie sind unzuverlässig (vergessene Aufsicht, zu späte Unterrichtsaufnahme, nicht eingehaltene Termine).

Er/sie hat kein Vertrauen zu uns, kontrolliert Kleinigkeiten, man kann es ihm/ihr nicht recht machen.

Sie geben Fehler nie zu, haben immer eine Entschuldigung als Ausrede.

Er/sie gibt uns bei Beschwerden zu wenig Rückendeckung und Unterstützung.

Sie lesen die Informationen und Hinweise nicht.

Wir werden nicht ausreichend oder umfassend genug informiert.

Lösungsansätze

Schuldzuweisungen sind grundsätzlich sinnlos. Die Frage nach der Schuld sollte durch die Suche nach einer Lösung ersetzt werden. Das Fahnden nach zirkulären Prozessen, nach Auswirkungen und Sinnkonstruktionen kann auf die Spur führen.

Jetzt in das Heft reinlesen:

Mit Konflikte umgehen – Auf Krawall gebürstet (Schule leiten Nr. 10/2017)

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