Neue Erkenntnisse zur Work-Life-BalanceEinstimmen ist das neue Abschalten

Am Feierabend gedanklich von der Arbeit abzuschalten, keine Probleme vom Arbeitsplatz nach daheim, womöglich noch ins Bett und bis in die Träume, mitzunehmen, das ist wichtig fürs Wohlbefinden. Es gilt als förderlich – im Sinne einer Work-Life-Balance –, eine Trennung zwischen den einzelnen Bereichen des Lebens zu vollziehen. Eine neue Studie zeigt, dass für befriedigendes und effektives Arbeiten aber auch gilt: Berufstätige sollten sich morgens bereits mental auf den Arbeitstag einstellen.

Neue Erkenntnisse zur Work-Life-Balance

Zum guten Start in den Arbeitstag gehört nicht nur ein Frühstück © Davidpradoperucha – Photocase.com

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Sie kennen das vielleicht: Lange bevor Sie Ihren Arbeitsplatz erreicht haben, etwa während des Frühstücks oder in der Bahn, gehen Sie gedanklich schon einmal den kommenden Arbeitstag durch. Wenn Sie das tun, haben Sie eine gute Strategie, um sich einzustimmen und eine gewissen Arbeitsplatzkontrolle zu erreichen. Eine Studie von Arbeitspsychologinnen aus Mannheim, Ulm und von der Portland State University belegt, dass ein solches Verhalten dazu führt, dass Berufstätige an ihrem Arbeitsplatz zufriedener und leistungsfähiger sind. Denn wer sich schon vor Arbeitsbeginn mental mit der Arbeit „verbindet“, erleichtert den Einstieg, sieht den Herausforderungen des Tages positiver entgegen und kann sich später besser fokussieren und konzentrieren.

Stellt man sich bereits morgens mental auf den Arbeitstag ein, verläuft er bis zum Ende positiver als bei Menschen, die ihn unvorbereitet beginnen. Die Wissenschaftlerinnen gewannen diese Erkenntnisse in einer Studie mit 151 Proband(inn)en. Befragt wurden über 620 Tage hinweg Berufstätige aus einem breiten Spektrum an Berufen und Erwerbszweigen.

Aufgaben im Geiste durchspielen

Laut der Studie könne das gesamte Arbeitsumfeld profitieren, wenn sich Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bewusst wieder in die Arbeit hineindenken. Darum sollten sie von Führungskräften dazu ermutigt werden. Einige ruhige Minuten nach der Ankunft am Arbeitsplatz oder ein kurzes Planungsgespräch empfehlen die Arbeitspsychologinnen als festes Ritual für den Start in den Tag. Es sei besonders wichtig, sich arbeitsbezogene Ziele frühzeitig zu vergegenwärtigen, etwa indem man seine To-Do-Listen durchgeht und Prioritäten für den Tag festlegt. Neben der Planung von Aktivitäts- und Ruhephasen empfiehlt die Studie zudem, darüber nachzudenken, welche Hilfsmittel und welche Partner und Partnerinnen man in den kommenden Stunden brauchen wird, und diese anzufragen. Auch das Einplanen von Zeiten, in denen man sich ungestört bestimmten Aufgaben widmen will, wird angeregt.

Der Ton macht die Musik

Wer in der Frühe die richtige Einstimmung findet, kann zu großen Teilen festlegen, wie die Musik tagsüber spielt. Das mentale Durchspielen der anfallenden Aufgaben und Arbeitsschritte halten die Wissenschaftlerinnen für eine gute und nicht aufwendige Strategie, um die Konzentration und Fokussierung am Arbeitsplatz zu steigern. Sie befürworten also eine „Grenzüberschreitung“ zwischen den Bereichen Leben und Arbeit: Wer schon im Schlafanzug gedanklich vorarbeitet, hat Aussichten auf einen ausgeglichenen und produktiven Arbeitsalltag.

Probleme mit der Fokussierung? Noch ein Tipp

Geplante Besprechungen und Gespräche zwischen Tür und Angel fressen Ihre Zeit, sodass Sie nicht mehr wissen, wie Sie Ihre Arbeit schaffen sollen? Da könnte es helfen, Ihre To-Do-Liste umzustrukturieren. Große Aufgaben können in kleine „Häppchen“ unterteilt werden, die sich in wenigen Minuten erledigen lassen. Wenn Sie erledigte Items abhaken, sehen Sie die – kleinen – Fortschritte. Allein das wirkt meist ermutigend. Hilft diese Strategie nicht, lohnt es sich, regelmäßig feste Zeiten für konzentriertes Arbeiten zu blockieren. Sicherlich können Sie Ihrem Umfeld klar machen, dass Sie z.B. jeden Vormittag eine Stunde lang nicht gestört werden dürfen.

Quelle: Universität Mannheim

Zur Studie (englisch)

 

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