1. – 13. Schuljahr

Meetings als „Inseln der lebendigen Kooperation

Wie Schulleitungen das soziale Betriebssystem ihrer Schule pflegen können

Maike Reese
„Sensationell, diese Klassenkonferenz war ein Traum! So haben wir in zehn Jahren nicht miteinander gearbeitet! Frau Becker setzt sich zu mir an die Kaffeebar im Teamzimmer. Sie ist sichtlich gut gelaunt und voller Energie. Überrascht frage ich nach, was denn heute so besonders gewesen sei. „Wir haben uns gemeinsam auf das Thema fokussiert und uns dazu wirklich ausgetauscht. Wir haben aufmerksam zugehört und zum Glück hat auch niemand lange Monologe gehalten. Die anderen haben so lange nachgefragt, bis ich mich mit meinem Anliegen richtig verstanden gefühlt habe. Und das Beste: Es gab kaum Lamento, sondern einen produktiven und lösungsorientierten Austausch.
So können Besprechungen und Konferenzen aussehen, die sich an den Regeln der holistischen Moderation orientieren. Konferenzen, die einen Unterschied machen und Teil eines gut konfigurierten „sozialen Betriebssystems sind. Dieses wird getragen von einer guten Struktur und der gelebten Kultur, die Gemeinschaft und produktive Lebendigkeit unterstützen.
Strukturierte Konferenzsteuerung
Zusammenkünfte innerhalb einer Schule stehen in einer Beziehung zueinander; es wird dort arbeitsteilig jeweils ein Teil der Gesamtaufgaben erledigt oder aber der Raum für Informations- und Meinungsaustausch sowie Entscheidungsfindungen und Beschlüsse gegeben. Ein guter schulischer Konferenzplan beschreibt die Funktion, Besetzung und Arbeitsweise jedes (!) Gremiums bzw. jeder AG, Konferenz oder Teamsitzung einschließlich der ganztägigen Studientage. Die Sitzungszeiten sind schulöffentlich bekannt, Hauptverantwortliche benannt und kurze Protokolle jeder Sitzung sind auf dem Server bzw. der Schulplattform abrufbar.
Anhand folgender Fragen kann jede Konferenz immer wieder neu justiert werden:
  • Sinn: Welchen Sinn hat dieses Gespräch/diese Konferenz? Welchen Beitrag leisten wir für die Gesamtsituation?
  • Führung: Wer übernimmt Verantwortung wofür? Welche Werte tragen die Zusammenarbeit?
  • Ziele/Visionen: Was ist anders nach der Konferenz? Welche Ergebnisse wollen wir erzielen?
  • Gemeinschaft: Inwieweit sind alle bereit und in der Lage, sich einzubringen? Wer sollte noch (wie) einbezogen werden?
  • Management: Wie strukturieren wir die vorhandene Zeit? Wie erfolgt die Dokumentation und Kommunikation der Ergebnisse?
Blitz-Check zur Konferenzkultur Ihrer Schule
Wenn Sie mit einigen Kolleginnen und Kollegen einmal zusammentragen, was in Gesamtkonferenzen und Teamsitzungen unproduktiv und nervtötend demotivierend ist, haben Sie recht schnell den (allseits bekannten) Negativkatalog beisammen. Nun die Wendung: Schreiben Sie gemeinsam zu jedem einzelnen Punkt dazu, was denn stattdessen förderlich und aktivierend wäre. Aus dieser Liste positiver Vorstellungen können die notwendigen Veränderungen für die Konferenzgestaltung Ihrer Schule abgeleitet werden, damit diese Orte produktiver Lebendigkeit werden können.
„Tote Konferenzen sollten Sie entweder abschaffen oder grundlegend verändern. Alles andere macht unzufrieden, nährt Konflikte und wirkt sich kontraproduktiv auf die Schul- und Unterrichtsentwicklung aus. Nur wenn Ihre Kolleginnen und Kollegen die geeignete Struktur und Kultur haben, können sie gemeinsam pädagogisch arbeiten und sich gegenseitig beraten und unterstützen. Der Weg vom „Ich und meine Klasse zu „Ich und meine Schule führt über das soziale Betriebssystem!
Es ist eine wichtige Führungsaufgabe, sich zu überlegen, welche „Inseln der Lebendigkeit (Matthias zur Bonsen) benötigt werden und mit welchem Ablauf und mit welcher Häufigkeit diese in Wechselbeziehung zueinander stattfinden sollen. Jedes Team, jedes Projekt, jede Organisation benötigt hier eine andere Konfiguration.
Lebendige Konferenzgestaltung
Konferenzen und Meetings werden dann produktiv und lebendig, wenn sie für die Beteiligten sinnvoll sind. Dabei sind für...

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