1. – 13. Schuljahr

Helmut Lungershausen

Untergang oder Umsetzung?

Was aus Beschlüssen der Konferenz wird

Konferenzen sind Beschlussorgane. Das bedeutet, dass Anträge vorbereitet, eingebracht und verabschiedet werden (s. Kasten auf S. 49). Doch das, was zunächst beschlossen wird, soll ja auch umgesetzt werden. Die Verwirklichung der Beschlüsse hängt jedoch von Faktoren ab, auf welche die Konferenz nur einen geringen Einfluss hat. Häufig wird ein „Ausschuss gebildet, der sich mit dem Problem der Umsetzung beschäftigen soll. In sehr vielen Fällen kommt dabei jedoch nichts heraus. Spötter sagen deshalb, dass die Bezeichnung „Ausschuss identisch sei mit dem Ergebnis seines Bemühens.
Bekannt ist auch das „implementation gap (Implementationslücke). Nach der anfänglichen Begeisterung und Beschlussfassung führen Alltagsprobleme oder nachlassende Motivation zur Absturzgefahr. Häufig werden Vorhaben in dieser Phase abgeblasen oder still beerdigt. Wie kann es gelingen, dass Beschlüsse erfolgreich umgesetzt werden? Dazu schlage ich drei Punkte vor.
1. Anträge konkretisieren und reduzieren
Schaut man sich Anträge an, die zur Abstimmung in Konferenzen kommen sollen, so kann man feststellen, dass recht viele sehr unspezifisch formuliert sind. Dazu ein Beispiel: „Die Schulkonferenz möge beschließen, dass die Unterrichtszeiten auf ein 80-Minuten-Modell mit längeren Pausen umgestellt werden.
Es wird etwas gefordert, ohne dass deutlich wird:
  • was genau erreicht werden soll;
  • wer tätig werden soll;
  • wann das Ergebnis vorliegen soll;
  • in welchem Fall es als erfolgreich angesehen werden kann.
Die Forderung, angestrebte Ziele „SMART zu formulieren, ist mittlerweile über 35 Jahre alt (s. Kasten).
Smarte Ziele
Smarte Ziele
Spezifisch
heißt, dass festgelegt wird, wer was genau erreichen soll.
Konkret wird angegeben, wer das Ziel verfolgt oder dafür verantwortlich ist, und was konkret erreicht werden soll.
Messbar
werden Ziele, wenn das Ergebnis so beschrieben wird, dass es sich objektiv überprüfen lässt (und nicht von subjektiver Interpretation abhängt). Am besten quantifizierbare oder normierte Angaben.
Angemessen, manchmal auch „Attraktiv oder „Aktionsorientiert
Angemessen im Verhältnis zur Ausgangslage
Attraktiv für die Beteiligten (kann nicht immer der Fall sein)
Aktionsorientiert (wünschenswert, aber nicht Bedingung)
Realistisch
Wird das Ziel zu hoch gesteckt, wirkt es entmutigend. Liegt das Ziel zu tief, besteht kein Anreiz. Realistisch heißt, dass das Ziel mit den vorhandenen Mitteln bei gewisser Anstrengung erreicht werden kann.
Terminiert
Ziele ohne Terminierung sind unverbindliche Absichtserklärungen. Es gehört also die Angabe dazu, bis wann oder in welchem Zeitraum das Ziel erreicht werden soll.
Überall umgesetzt wird sie allerdings noch lange nicht. Smarte Beschreibung ist jedoch von großem Nutzen, weil Vorhaben dadurch sehr viel „greifbarer werden. Unsinnige und unrealistische Ideen bekommen in dieser Form kaum eine Chance.
Wenn sich eine Konferenz (z.B. in ihrer Geschäftsordnung) darauf festlegt, nur smart formulierte Anträge zu behandeln, zwingt sie den jeweiligen Antragsteller, sich konkret mit dem Vorhaben auseinanderzusetzen, bevor ein Antrag gestellt wird. Damit ist eine gewisse Hürde gesetzt, die zu einer Erhöhung der Antragsqualität führt und vielleicht auch eine Verringerung der Anzahl von Anträgen bewirkt. Auch hier gilt: Weniger bewirkt manchmal mehr!
WAS?
➔ Vorhaben bzw. Projekt
WIE?
➔ Ergebnis bzw. Vorlage
WER?
➔ verantwortliche Person
WO?
➔ Gremium bzw. Sitzung
BIS WANN?
➔ Termin bzw. Deadline
Das Verfahren zur Konkretisierung von Vorhaben kann auch bei kleinen Maßnahmen eingeübt werden. (In der Toolbox finden Sie eine Checkliste , die bei allen Zusammenkünften genutzt werden kann, wenn irgendwelche Aktivitäten geplant werden.) Dabei werden immer fünf Punkte fixiert. Wenn sich keine verantwortliche Person findet, wird das Vorhaben fallengelassen. Auf diese Weise werden aktionistische Vorschläge von...

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