1. – 13. Schuljahr

Helmut Lungershausen

Wie man eine Schule vernetzt

Beziehungen sind gut, erfordern aber Pflege

Manche Schulen haben gute Beziehungen zum Schulträger, arbeiten mit Vereinen zusammen, werden von Unternehmen und Stiftungen unterstützt, tauschen sich mit Partnerschulen aus, greifen Fördermittel ab und sind gut in die Stadtteilarbeit oder das Gemeindeleben integriert. Bei anderen Schule klappt das nicht so gut. Woran kann das liegen?
Wertet man die Erfahrungen von Schulen aus und wirft einen Blick auf die Berichte in dieser Ausgabe von Schule leiten, so kann man vor allem zwei Faktoren erkennen, die sich positiv auf die Beziehungen der Schule zu ihrem Umfeld auswirken. Zum einen ist es die gezielte persönliche Beziehungsanbahnung und -pflege, zum anderen das Angebot, das die Schulen ihren Kooperationspartnern machen.
Beziehungsanbahnung und -pflege
Gute Beziehungen entstehen nur selten quasi von selbst oder durch Zufall, deshalb muss die Beziehung zu wichtigen Institutionen und Partnern gezielt angebahnt werden. Für die Vertretung nach außen ist die Schulleiterin oder der Schulleiter zuständig, das heißt aber nicht, dass für diese Zwecke andere Mitglieder der Leitung oder des Kollegiums nicht auch tätig werden können. Beziehungsanbahnung ist eine Arbeit, bei der eine soziale Ader und Fingerspitzengefühl besonders wirksam sind. In der Regel kann man gut einschätzen, wer damit ausgestattet ist.
Beziehungen wohin?
Dann muss man sich klar machen, welche Beziehungen man knüpfen möchte. Das geschieht am besten mit einer Liste, in der die beabsichtigten Kontakte aufgelistet werden: Der beim Schulträger Zuständige für den Haushalt, der Marketing-Leiter der Sparkasse, der Vorsitzende des Sportvereins, die Leiterin der Lokalredaktion von der Tageszeitung usw.
„Kümmerer festlegen
Anschließend wird überlegt, wer für wen zuständig erklärt wird und welche Anlässe für den ersten Kontakt genutzt werden. Bei diesen ersten Kontakten ist ein situationsadäquates Äußeres wichtig, ein Schul-Flyer und eine Visitenkarte können hilfreich sein. Ganz wichtig ist die Frage, was neben der Vorstellung der Schule und dem erforderlichen „Small Talk angesprochen wird. Einseitige Bitten um Unterstützung oder Sponsoring kommen weniger gut an. Besser ist es, auch ein Angebot der Schule zu machen (s.u.).
Beziehungsregister führen
Die Kontakte werden in einer Kartei erfasst und mit neuen Informationen ergänzt, neben der Funktion und den Kommunikationsverbindungen, z.B. Geburtstag, geäußerte Hobbies oder Vorlieben etc. Auf diese Weise entsteht ein Beziehungsregister, auf das man vor Kontakten zugreifen kann. Das ist besonders hilfreich, wenn ein Kontakthalter der Schule ausscheidet und der Kontakt mit einer neuen Person besetzt wird.
Beziehungen pflegen
Bestehende Kontakte müssen gepflegt werden, damit sie nicht einschlafen. Wer sich nur meldet, wenn er etwas will, kommt nicht so gut an. Besser ist es, eine Bindung durch persönliche Maßnahmen herzustellen.
Mit folgenden Aktionen haben Schulen in der Kontaktpflege gute Erfahrungen gemacht:
  • Die Sponsoren der Schule werden zu einem Neujahrs- oder Schuljahres-Empfang eingeladen.
  • Die Schulleitung bereitet ein Menü für die Sponsoren zu und bewirtet sie festlich.
  • Zu Geburtstagen oder besonderen Anlässen werden von den Schülern erstellte Karten verschickt.
  • Vor Weihnachten werden Festtagsgrüße mit einer kleinen Tüte Schulplätzchen persönlich vorbeigebracht.
  • Zu schulischen Veranstaltungen werden Einladungen für Ehrengäste verschickt.
Generell gilt: Persönliche Aktionen, das direkte Gespräch, Anrufe und Karten sind immer wirksamer als E-Mails!
Angebote mit „Deal-Charakter
Wenn wir als Bittsteller auftreten und unsere Kontaktpersonen um Informationen, Geld- oder Sachspenden anpumpen, haben wir auf Dauer wenig Erfolg. Günstig ist es, eine Form von Gegenleistung anbieten zu können, die der anderen Seite einen Nutzen bringt. Auf diese Weise wird eine einseitige Belastung des Kontakts...

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